Informationen über Würfeleis

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Würfeleis und anderes Eis in Getränken

Methoden der Eiswürfelherstellung und Lagerung
Eis zur Kühlung in Getränken wird in unterschiedlichen Formen verwendet. Meistens gibt man Eis in würfelform oder in größeren Stücken in das Getränk. Modern ist es allerdings auch, ein Glas mit Flockeneis oder Scherbeneis fast ganz zu füllen und dann verbleibenden Leerräume mit einem stark aromatisierten Saft aufzufüllen. Außerdem kommt im Barbereich oftmals gemahlenes Eis zum Einsatz.


 
 

Eis für Getränke in Kleinbetrieben
 

Bei den Eiswürfelbereitern gibt es unterschiedliche Systeme der Eiswürfelherstellung. Die einfachste Art ist es, flache Schalen mit kleinen Trennwänden zu unterteilen und so würfelförmige Kammern entstehen zu lassen. Diese flachen Schalen mit den würfelförmigen Kammern werden mit Wasser gefüllt und in das Tiefkühlfach bzw. in die Tiefkühltruhe gestellt. Je nach Kühlleistung des Gerätes sind die Formen nach ca. 1 Stunde komplett durchgefroren. Die Formen werden dann mit warmen Wasser übergossen und die Eiswürfel fallen heraus. Diese Eiswürfel sind im allgemeinen nicht glasklar und die vorhandene Restfeuchtigkeit friert die Eiswürfel oftmals zu einem festen Haufen zusammen. Diese Herstellungsart der Eiswürfel eignet sich nur für den Haushalt oder für kleine Betriebe, die nur wenig Eiswürfel benötigen.
 
 

Eiswürfelbereiter mit geheizten Schneidgittern
 

Schon vor ca. 70 Jahren wurden in Tiefkühltruhen und Tiefkühlschränken komplette Platten mit ca. 40 x 40 cm und eine Dicke von ca. 20 mm gefroren. Die Eisplatten konnten mechanisch zerkleinert und als Zugabeeis für Getränke verwendet werden. Die weitere Entwicklung lief darauf hinaus, dass man Geräte herstellte, die solche Platten mit ca. 40 x 40 cm und eine Höhe von ca. 20 mm produzierten. War das Eis gefroren, wurde die Unterseite geheizt. Dadurch löste sich das Eis von der Platte und rutschte langsam auf ein Drahtgitter. Dieses Drahtgitter mit einem Rastermaß von ca. 20 x 20 mm bestand aus Heizdrähten, die durch elektrischen Strom gespeist wurden. Diese Heizdrähte zerschnitten die Eisplatte in Würfel von jeweils 20 mm x 20 mm. Unter den geheizten Drähten befand sich der Vorratsbehälter, in den die geschnittenen Eiswürfel fielen und gelagert wurden. Solche Geräte waren in der Anfangszeit nicht sehr betriebssicher, da die elektrischen Heizdrähte des Öfteren verschmutzten und so die Wärme zum Zerschneiden de Platten nicht gut an das Eis abgaben. Außerdem waren diese Schneidgitterdrähte auch gegen mechanische Beschädigungen anfällig. Die Geräte wurden weiter entwickelt und sind zum Teil heute noch im Einsatz.


 


 

Amerikanische Eiswürfelbereiter
 

In den USA entwickelte man dann große, automatische Eiswürfelbereiter, die hängende Formen hatten. Die Formen waren nicht nach oben geöffnet sondern sie wurden unter eine Platte montiert. An der Oberseite der Platte waren kältemittelführende Kupferleitungen fest mit den Formen verlötet. Diese Kältemitteleitungen erzeugten eine Temperatur von ca. - 15°C. Unter diesen Formen war eine Platte mit einer Einspritzöffnung für das Wasser und einer Ablaufebene für das dann ablaufende Wasser. Das einspritzende Wasser wurde dann langsam bis auf 0°C abgekühlt und kleine Partikel setzen sich gleichzeitig in den Formen ab. So wurden die Formen langsam gefüllt. Waren alle Eiswürfelformen voll mit Eis, wurde die darunter liegende Platte an einer Seite abgesenkt und durch die Kältemittelleitungen wurde dann heißes Gas mit einer Temperatur von ca. + 10°C geleitet. Dadurch lösten sich die Eiswürfel aus den Formen, fielen auf die schräge abgesenkte Platte und rutschten von dort in den Eisvorratsbehälter. Diese Art der Eiswürfelbereitung wird auch heute noch bei den amerikanischen Maschinen verwendet.
 
 

Italienische Eiswürfelbereiter
 

In Italien ging man in den 60ger Jahren des vorigen Jahrhunderts einen ähnlichen Weg. Es wurden auch Eiswürfelformen mit der Öffnung nach unten aufgehängt. Über den Würfelformen sind die kältemittelführenden Kupferrohre angelötet. Die Formen sind aber nicht wie ein exakter Würfel ausgestaltet, sondern nach oben verjüngen sich die Formen leicht. Diese kegelförmigen Würfel lösen sich besser in den Formen und fallen leichter heraus. Unter den Eiswürfelformen befindet sich bei den Eiswürfelbereitern aus italienischer Produktion keine geschlossene Platte wie bei den amerikanischen Eiswürfelbereitern, sondern das Wasser wird mittels einer Pumpe und Düsen, die sich ca. 5 cm unter den Formen befinden, gegen die Formen gespritzt. Innerhalb von ca. 20 Minuten bis 30 Minuten haben sich die Formen mit Eis gefüllt. Nun wird auch heißes Gas durch die Kältemittelleitungen geleitet und außerdem wird das frisch zulaufende Wasser, das zum Teil auch vorgewärmt ist, über die Formen geleitet. Dadurch lösen sich die Würfel aus den Formen und fallen auf ein schräg gestelltes Gitter und rutschen von dort durch kleine Klappen in den Eisvorratsbehälter.
 
 

Eiswürfelbereiter mit Paddelsystem
 

Eine weitere Methode der Eisherstellung zur Getränkekühlung besteht darin, dass ca. – 15°C kalte, fingerartig aussehende Metallteile ins Wasser gehalten werden. Damit das Eis nachher klar ist, wird entweder das Wasser in Bewegung gehalten oder die fingerförmigen,tiefgekühlten Metallteile sind in Bewegung.Ebenfalls nach ca. 15 bis 30 Minuten sind die Eisstückchen an den Fingern gefroren. Das unter dem Eis befindliche Wasser wird weggeklappt und
die Eisfinger werden durch das Kältemittelgas aufgeheizt. So rutschen die Eisteile dann von diesen Fingern und fallen in den Vorratsbehälter.


 

Vorratsbehälter für Eiswürfel
 

Alle Vorratsbehälter bei den oben beschriebenen Systemen haben nach außen eine gute Isolierung. Sie werden allerdings nicht gekühlt. Die Kühlung dieser Vorratsbehältererfolgt nur durch das vorhandene Eis.An den Wänden und am Boden, dort wo die Außenwärme auf den Vorratsbehälter einwirken kann, schmelzen die Eiswürfel dann langsam weg. Dadurch, dass keine Kälte von außen zugeführt wird, kleben die Eiswürfel nicht zusammen. Wenn die Eiswürfel aus dem Produktionsbereich in den Vorratsbehälter fallen, haben sie ein Temperatur von ca. – 1°C. So ist das Eis klar und es wird im Vorratsbehälter nicht zusammenkleben. Die eigentliche Kühlleistung des Eises besteht darin, dass im Eiswürfelbereiter aus Wasser Eis gemacht wurde. Durch die Umwandlung von Wasser zu Eis wird ca. die 80-fache Kälteleistung gebunden, als würde die gleiche Menge Wasser um 1°C abgekühlt. Für die Kühlleistung ist es also nicht unbedingt erforderlich, dass das Eis tief im Minusbereich vorhanden ist, sondern die eigentliche große Kühlleistung ergibt sich dadurch, dass die Eiswürfel im Getränk wieder zu Wasser werden.
 
 

Wartung der Kälteanlage 
 

Alle oben beschriebenen Eiswürfelbereiter haben im unteren Bereich eine Kältemaschine und sind im Allgemeinen luftgekühlt. Werden solche luftgekühlten Geräte im Thekenbereich eingebaut, saugen sie die Luft an und blasen sie durch den Kältemittelverflüssiger, um die transportierte Wärme an die Umgebung abzugeben. Diese Luft ist oftmals stark mit Staubpartikeln versetzt. Aus diesem Grund müssen die Verflüssiger der Eiswürfelbereiter regelmäßig, spätestens nach ca. 3 bis 4 Wochen gründlich gereinigt werden. Oftmals wird diese Reinigung der Kältemittelverflüssiger nicht durchgeführt. Dadurch verschlechtert sich anfangs die Verflüssigerleistung und der Kühlkompressor muss als Ausgleich eine größere Eigenleistung erbringen. Nach längerer Zeit wird die Kühlleistung des Verflüssigers so klein, dass der Kältemittelkompressor zu heiß wird und automatisch ausschaltet. Nach einiger Zeit hat der Kältemittelkompressor wieder die normale Temperatur erreicht und schaltet sich wieder ein und produziert für einige Zeit Eiswürfel.
Die Leistung ist dann zwar klein geworden aber es findet immer noch eine Produktion statt. Der Kältemittelkompressor wird allerdings durch den Hochdruck im Kältemittelsystem so stark belastet, dass er nach einiger Zeit defekt wird. Diese nicht ordnungsgemäße Wartung der Eiswürfelbereiter ist der Hauptgrund für eventuelle Defekte.


 

Das Wasser für Eiswürfelbereiter
 

Außerdem ist darauf zu achten, dass das einlaufende Wasser von guter Qualität ist. Der Kalkgehalt ist bei Eiswürfelbereitern im Allgemeinen von untergeordneter Bedeutung, da das Wasser nicht erhitzt wird sondern im Bereich um ca. 0°C liegt. Oftmals sind aber im Wasser Schmutz und Eisenpartikel. Sollte dies der Fall sein, ist es auf jeden Fall ratsam, einen Filter vor dem Eiswürfelbereiter einzubauen. Oftmals wird ein solcher Filter eingebaut aber dann nicht mehr regelmäßig getauscht bzw. gereinigt. Typisch für Wasser mit festen Partikeln sind die Probleme in den Ventilen. In den elektrisch gesteuerten Wassereinlaufventilen setzen sich im Dichtungsbereich diese Partikel ab. So dichten dann diese Ventile nicht komplett ab sondern es läuft immer weiter langsam Wasser in den Eiswürfelbereiter ein und stört den normalen Ablauf der Eisproduktion. 
 
 

Reinigung im Eiswürfelproduktionsbereich
 

Die Reinigung im Eisproduktionsbereich muss ebenfalls regelmäßig erfolgen. Bei den italienischen Geräten mit Einspritzdüsen sind diese Düsen regelmäßig abzuschrauben und zu reinigen. Wenn diese Düsen verstopft oder auch nur zum Teil verstopft sind, trifft der Wasserstrahl nicht die richtigen Stellen im Eiswürfelproduktionssystem. Dann entstehen milchige oder löchrige Eiswürfel. Außerdem ist an der Stelle, wo das umlaufende

Produktionswasser für die Eiswürfelbereiter zur Pumpe abläuft, ein Sieb eingebaut. Wird dieses Sieb längere Zeit nicht gereinigt, bekommt die Pumpe nicht das benötigte Wasser und es kommt zu Störungen im Wasserversorgungsbereich der Düsen. Befindet sich Sand im

zulaufenden Wasser oder sind kleine andere Partikel im Zulaufwasser vorhanden, setzen sich diese kleinen Partikel oftmals im Wasserbehälter der Pumpe ab. So kann es auch hier zu Funktionsstörungen kommen, wenn sich an dieser Stelle Sand und andere feste Partikel absetzen. Bei den amerikanischen Eiswürfelbereitern mit den absenkbaren Platten befinden sich in diesen Platten die Wasserzuleitungsrohre. Wird diese Rohrsystem in den Platten nicht regelmäßig entkalkt und gereinigt, setzen sich die Rohre zu und behindern die einwandfreie Produktion der Eiswürfel. Die Rohre in den absenkbaren Platten sollten mindestens alle 6 bis 12 Monate gründlich gereinigt werden.
 
 

Hygiene bei der Eisaufbewahrung
 

Eiswürfel sind im allgemeinen ohne große hygienischen Probleme herzustellen. Man kann davon ausgehen, dass bei sachgemäßer Verlegungder Wasserleitungen
das Leitungswasser in Deutschland den Vorschriften entspricht und fast keimfrei ist. Kommt das Wasser aus der Wasserleitung in den Eiswürfelbereiter, wird es
im Allgemeinen kurzfristig auf eine Temperatur von ca. 0°C

abgekühlt und danach gefroren. Auch während dieser Zeit können sich eventuell vorhandene Restkeime nicht gut vermehren. Trotzdem ist es notwendig, regelmäßig den Eisproduktionsbereich, wie oben beschrieben, zu reinigen. Wichtig ist aber, dass das hygienisch hergestellte Eis bei der Lagerung nicht stark mit Keimen von außen in Verbindung gebracht wird. Wird das Eis mit nicht sauberen und vielleicht ungekühlt aufbewahrten Werkzeugen oder sogar mit Händen aus dem Eiswürfelbereiter entnommen, so muss mit einer Verkeimung gerechnet werden. Auch durch Schmutzteile, die in der Luft sich befinden, können Keime an das Eis kommen. Deshalb ist es ratsam, während der Produktionszeit und wenn nicht gerade Eis aus dem Eiswürfelbereiter entnommen wird, die Klappe des Eiswürfelbereiters zu schließen.
 
Hans Hötte, ELGE gel-o-mat Eismaschinen, Elektrogesellschaft mbH, 59555 Lippstadt
 
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